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Kinderkram
Kiel

Im Sommer 1997 erschien die erste Ausgabe von Kinderkram, dem Kieler Magazin für Menschen mit Kindern, zunächst mit einer Auflage von 6.000 und alle zwei Monate, mittlerweile mit 15.000 Heften 10 Mal im Jahr. Nach über 160 Ausgaben in den vergangenen 18 Jahren hat sich bei uns viel verändert. Startete Kinderkram ursprünglich als partnerschaftliches Projekt von Bärbel Richter und Andrea Raschke, arbeiten im heutigen Rönne Verlag mittlerweile zehn Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Eltern mit insgesamt 20 Kindern zwischen 1 und 25 Jahren.

Natürlich liegen uns die Belange von Familien und Menschen, die mit Kindern leben und arbeiten, deshalb besonders am Herzen! Wissen wir doch selbst wie schön und erfüllend, aber auch wie anstrengend und mühsam ein Leben mit Kindern ist. So versuchen wir mit jedem Kinderkramheft die Informationen für unsere Region zusammenzutragen, die Familien den Alltag verschönern und erleichtern sollen.

Doch ist Kinderkram längst nicht mehr unser einziges Produkt. Seit 2002 geben wir einen Hochzeitsführer für Schleswig-Holstein heraus. Ab 2005 erschien fünf Mal das Kinderkram-Branchenbuch, seit Mai 2011 gibt es eine moderne, umfangreiche Version im Internet. 2008 ist unser Magazin "Snipp - die Welt der Tiere" in Kiel, Neumünster, Plön, Rendsburg und Umgebung zum ersten Mal erschienen.

Auch die Familienbande, der bundesweite Verbund der regionalen Familienmagazine, wird vom Rönne Verlag vertreten. Anfangs schlossen sich in der Familienbande 10 Magazine mit einer Gesamtauflage von 135.000 Exemplaren zusammen, mittlerweile sind 29 Zeitschriften mit über 770.000 Exemplaren Mitglied in der Familienbande. Neu dagegen sind die Quartette, die wir herausgegeben haben: 2012, 2013 und 2014 erschienen das Kieler Kneipenquartett, das Hamburger Caféquartett und das Ausflugsquartett für Schleswig-Holstein. Kein Wunder, dass unser Mini-Büro von anfangs 8 qm schon lange nicht mehr ausreicht und unsere Schreibtische mittlerweile über drei Etagen verteilt sind.

Webseite:
www.kinderkram-sh.de

 

Unser aktueller Artikel

Da haben wir den Salat!
Barbara Braun zum Testessen in einer Schulmensa

Heute gehen Paul, unser jüngster Sohn, und ich Essen, und zwar in die Schule! Testessen sozusagen, denn ich möchte mir gerne selbst einen Eindruck verschaffen wie Schulessen heute aussieht und schmeckt.
Die Schulsekretärin der Gorch-Fock-Grundschule, die Paul besucht, hat uns über ihren PC unser Wunschessen bestellt: "Bio-Vollkornspaghetti mit Bolognese vom Rind mit Salat und Dessert". Zur Auswahl standen außerdem: "Linseneintopf mit verschiedenen Gemüsen und Kasslereinlage mit Dessert" oder "Salatbox Feta mit Dressing, Baguette und Dessert". Paul mag keine Linsen und Salat muss er zu Hause genug essen, meint er.
Wir treffen uns in der Mensa der Gorch-Fock-Schule. Die Stimmung wirkt entspannt hier, die Kinder unterhalten sich ruhig, während sie essen. Die meisten Kinder haben bereits vor einer Stunde gegessen; vielleicht ist das ein Grund für die Ruhe und für die großen Portionen Spaghetti mit Soße, die Paul und ich von der freundlichen Frau hinter der Theke erhalten. Paul würde gerne auf den Salat verzichten, aber weil ich verspreche, ihn aufzuessen, falls er ihn nicht mag, lässt er sich zu einer kleinen Schüssel überreden. Als Dessert stehen große Schalen mit Kiwis und Birnen bereit, von denen sich die Kinder nehmen können, wenn sie wollen.

Salat, Vollkornspaghetti und Linseneintopf

Wir finden Platz an einem Tisch, an dem bereits einige Kinder und eine Lehrerein sitzen. Die Lehrerin hat Aufsicht in der Mensa; sie schwärmt vom Linseneintopf und meint: "Der ist fast so gut wie meiner!" Trotzdem sind an diesem Tag nur drei Portionen davon über den Tresen gegangen. Einige Kinder sehe ich mit Salatboxen am Tisch sitzen, die meisten haben sich aber wie wir für die Spaghetti entschieden, obwohl die Nudeln hier immer schrecklich schmecken, wie mir ein Mädchen versichert. Vermutlich sind Bio-Vollkornspaghetti, al dente gekocht, für einige Kinder eine echte Herausforderung! Paul schmeckt das Essen, obwohl er zu Hause die Spaghetti meistens ohne Soße genießt. Mir würde etwas weniger Hackfleisch in der Bolognaise auch reichen, aber ich freue mich über das Gemüse, das ich daneben in der Soße entdecke. Der Salat ist überraschend knackig, schmeckt aber nach Fertigdressing. Ich überlege, ob es sich nun tatsächlich um ein Fertigdressing handelt oder nicht - immerhin ist der Küchenchef ein erklärter Gegner von Glutamat und zu viel Convenience Food. Ich habe gehört, dass er z.B. Klößchen von Hand rollen lässt, weil die entsprechenden Fertigprodukte nicht seinen Anforderungen entsprechen.
Die Gorch-Fock-Schule bekommt ihr Essen von einem Anbieter, der 25 weitere Schulen in Kiel mit Essen beliefert und mit über 7.000 Schülern Essensverträge hat. Bereits drei Monate im Voraus werden die Essenspläne erstellt und alle Zutaten komplett ausgewiesen. Bis 12 Uhr des vorhergehenden Tages kann Essen ab-, um- oder überhaupt bestellt werden. Ich versuche mir den ungeheuren organisatorischen Aufwand vorzustellen, der nötig ist, um einen einigermaßen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten. Trotz großen Einsatzes, Aufwandes und Engagements kann man hier niemals allen Anforderungen gerecht werden. Zumal sich in Umfragen über die Zufriedenheit mit dem Schulessen gezeigt hat, dass die Ansprüche oder Erwartungen von Eltern, Lehrern und Schülern sehr weit auseinander liegen und es fast nicht möglich ist, alle unter einen Hut zu bekommen.

Es ist schwer allen Anforderungen und Geschmäckern gerecht zu werden

Dazu kommt, dass manchmal das Ausgabepersonal unfreundlich und die Mensa zu klein ist, dass das Essen kalt bei den Kindern ankommt oder die Qualität des Essens nicht stimmt. Dann lohnt es sich, als Eltern aktiv zu werden und sich zusammen mit Schule, Lehrern und dem Anbieter des Schulessens auseinander zu setzten und nach Problemlösungen zu suchen. Dass eine ausgewogene, gesunde Ernährung, die Wachstum und Lernen optimal unterstützt, im Interesse aller Beteiligten ist, zeigt sich in den Internetauftritten der verschiedensten Essensanbieter ebenso wie an verschiedenen Programmen, die an Schulen zur Gesundheitsförderung angeboten werden (Klasse 2000, Gesunde Schule, Zukunftsschule etc.).
Viele Eltern sind darauf angewiesen, dass ihre Kinder in der Schule Mittag essen können. Falls sie sich schlecht fühlen, dass sie ihren Kindern Kantinenessen zumuten, das ihnen womöglich so gar nicht schmeckt, kann ich diese Eltern beruhigen: Auch wenn ich zu Hause liebevoll selbst koche, ist es sehr schwer, allen Geschmäckern gerecht zu werden oder gesundes Essen schmackhaft zu machen. Auch ich halte Essen warm oder wärme es für Kinder wieder auf, die lange Schule hatten. Allerdings habe ich zu Hause mehr Einfluss auf das, was sie tatsächlich essen. Würde Paul in der Schule essen, würde er vielleicht oft auf den Salat verzichten. Selbst die Schüler eines Kieler Gymnasiums, die den Wunsch nach mehr frischem Gemüse geäußert hatten, nutzen die seit einigen Wochen eingerichtete Salatbar nur zögerlich. Nun haben sie den Salat, essen ihn aber nicht.
Vielleicht müssen gesunde Ernährung und Bewegung nicht nur Teil eines Schulkonzeptes sein, wie es ein Essensanbieter auf seiner Internetseite schreibt, sondern auch fester Bestandteil der Erziehung zu Hause.

Eltern sollten sich selbst ein Bild von dem Mensaessen ihrer Kinder machen

Paul und mir hat das Essen in der Schule gut geschmeckt: Ich meine, ich konnte herausschmecken, dass ehrliches, großes Bemühen dahinter steckte, hochwertiges Essen zu einem vertretbaren Preis auf den Tisch zu bringen. Allerdings ist mir klar, dass ich nach einem einzigen "Testessen" an einer einzigen Kieler Schule keine Aussage über Schulessen allgemein treffen kann. In Gesprächen mit Schülern, Eltern, Vertretern von Schulen und Essensanbietern zeigte sich für mich jedoch deutlich, dass das Bemühen alle Beteiligten um gute Lösungen groß ist. Eltern kann ich nur empfehlen, sich selbst ein Bild von Mensa und Essen an der Schule ihrer Kinder zu verschaffen, sich zu informieren über Essensanbieter und deren Konzepte, um sich, wenn nötig, einzusetzen für Verbesserungen.
Guten Appetit!

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