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kuckuck! Frankfurt
Frankfurt

Ob Kulturelles, Workshops oder Feste - Frankfurt bietet viel für Familien und Kinder. Die Frage ist nur was, wann und wo? Leser von kuckuck! kennen die Antwort. Seit Februar 2006 gibt es für sie kein langes Suchen oder lästiges Herumfragen mehr. Der umfangreiche Veranstaltungskalender des Familienmagazins hält im Schnitt rund 500 Termine und Tipps bereit.

Darüber hinaus bietet kuckuck! aktuelle Berichterstattung aus der Mainmetropole, wechselnde Schwerpunktthemen und vieles mehr. Das Magazin erscheint in einer Auflagenhöhe von 16.000 Exemplaren und liegt alle zwei Monate kostenlos in Kinderkrippen, Kindergärten, Kinderarztpraxen, Büchereien, Kinderfachgeschäften sowie vielen anderen ausgewählten Orten aus.

kuckuck! Frankfurt ist Ableger des Mainzer Magazins, das bereits seit August 2004 erscheint. Die Herausgeberinnen Tanja Huyer und Frauke Nussbeutel waren angetreten, dem Informationsmangel rund um das Thema Kinder und Familie ein Ende zu bereiten. Mit den beiden Ausgaben des Familienmagazins beliefert der Verlag wichtige Regionen des Rhein-Main Gebietes.

Webseite:
www.kuckuck-frankfurt.de

 

Unser aktueller Artikel

Vom Lockenstab zum Glätteisen
Wir leben in einem Land, in dem man Bundeskanzlerin werden kann. Das war nicht immer so und viele Kulturen sind weit von derartiger Gleichberechtigung entfernt. Aber wenn es in Deutschland so einfach ist, Bundeskanzlerin zu werden, warum soll ich dann auch so aussehen wie Angela Merkel? Heidi Klum ist doch die wahre Königin! Das denken viele junge Mädchen und würden wohl lieber ihren Schulabschluss gegen eine Teilnahme bei Germanys Next Topmodel eintauschen. Laut einer Umfrage der Zeitschrift Petra wollen fast zwei Drittel der befragten Mädchen lieber weniger intelligent und dafür hübscher sein. Konkret heißt das: 65 Prozent der Mädchen würden zehn Punkte ihres IQ abgeben um ein Schönheitsmakel auszugleichen. 32 Prozent hätten dafür gern eine Kleidergröße weniger, 29 Prozent einen größeren Busen, 21 Prozent wünschen sich längere Beine. Bevor jetzt alle Mütter aufschreien ("das will ich auch!" ähem - kleiner Scherz) fragen wir uns natürlich, was von der Emanzipationsbewegung der 1960er/70er-Jahre wirklich übriggeblieben ist - außer vielleicht ein paar verbrannter BHs. Klar, wir haben jetzt die Pille, aber die sexuelle Freiheit spielt für viele junge Mädchen nur eine untergeordnete Rolle. Die Journalistin Katrin Wegner hat mit 250 Frauen aus drei Generationen über die Bedeutung der Pille in ihrem Leben gesprochen. Ergebnis: Vor allem junge Frauen nehmen das Medikament aufgrund der ersehnten Nebeneffekte: reinere Haut, volleres, glänzendes Haar und eine größere Oberweite. Ein junges Mädchen wusste nicht einmal, dass die Pille in erster Linie der Verhütung dient. Auch eine Art sexuelle Freiheit ... Und Lady Gaga, Rihanna oder Miley Cyrus machen es ja vor. Diese Ladies stehen für eine vermeintliche Girl Power, die Emanzipation, Provokation und schlichtweg Sex verkörpert. In der kommerziellen Girlie-Kultur sind die Promis die neuen Prinzessinnen, mit denen sich die Mädels identifizieren. Nur warten sie jetzt nicht mehr sehnsüchtig auf den Märchenprinzen, sondern werden lieber selber ein Popstar! Interessant, dass es das alles schon in den 1980er Jahren gab. Da trat Madonna auf den Schirm und alle haben sich plötzlich die Haare toupiert. Nebenbei gab es auch die Ökos, die Punks, die Grufties, die Streberinnen und die politisch Aktiven. Und heute? Jedes Mädchen kann dank ihrer kämpferischen Vorfahrinnen ebenfalls die unterschiedlichsten Werte leben. Mit einem Unterschied: ALLE Mädchen haben jetzt lange glatte Haare. Alle sehen irgendwie gleich aus und erinnern mich an Miss Robinson aus dem Film "Die Reifeprüfung". Aah! Da ist also die Verbindung zu den 1960er/70er Jahren. Und irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, dass sich seitdem nichts Grundsätzliches geändert hat. Es gab schon immer ein pubertäres "Schaut-mal-bitte-auch-mich-an!" und ein "Gemeinsam-sind-wir-stark"-Gefühl. Jetzt verstehe ich auch, warum vor der Fahrt ins Mädchen-Handballturnier-Lager heutzutage nur EINE Sache wichtig ist: "Wer nimmt das Glätteisen mit?". Jetzt ist aber auch mal gut mit der Küchentisch-äh- Schminktisch-Psychologie. Lasst uns mal alle schön entspannt bleiben. Denn wie hat meine Oma immer gesagt? "Schönheit vergeht, Bildung bleibt!"
Kathrin Freihube

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Ein ganzes Jahr lang Kunst - das KulturTagJahr
Lange Papierbahnen werden ausgerollt und schnell wieder zusammengeknüllt - plötzlich eine Stimme aus dem Off: "Hat sich die Welt verändert oder habe ich mich verändert? Ich glaube beides." Die Stimme gehört Jasmin, 14 Jahre alt. Sie und ihre Schulkameraden stehen auf der Bühne des Frankfurt LAB und zeigen in einer Abschlusspräsentation, wie Kunst einen jungen Menschen prägen und verändern kann. Dabei wird die Bühne zu einer Art Arena, in der alles in Bewegung ist: Selbst geschriebene Texte und Musik-Kompositionen wechseln sich ab mit Kunstobjekten, wie zum Beispiel eine lange Leinwand, auf der die Farben mit den eigenen Körpern verteilt werden. Die Aufführung ist der Abschluss des Projekts "KulturTagJahr", bei dem die 100 Schüler der Jahrgangsstufe 8 der IGS Nordend im Laufe eines Schuljahres jeden Donnerstag in die Disziplinen Bildende Kunst, Tanz, Literatur und Musik zunächst hineinschnupperten. Unterstützt von 60 professionellen Künstlern, Tänzern, Musikern und Schriftstellern konnten sie dann in den verschiedenen Workshops einen bestimmten Schwerpunkt wählen, bei dem zwei Disziplinen miteinander verbunden wurden - zum Beispiel "Kunst-Musik" oder "Tanz-Literatur". Unter der Anleitung von Profis und Lehrern hatten sie hier noch einmal die Möglichkeit zur Vertiefung. Gerade durch diese Kontinuität konnten sich Kinder, die zuvor nie mit zeitgenössischer Kunst in Berührung kamen, ganz neu entdecken. "Am Anfang fand ich alles langweilig", erzählt Jörn, 15 Jahre alt, "und jetzt ist es die beste Entscheidung meines Lebens!" Und er hat wohl Recht damit: Das Schauspiel Frankfurt war von ihm dermaßen überzeugt, dass er jetzt in der aktuellen Inszenierung "Dogville" gemeinsam mit den Profis auf der Bühne steht. Auch sein Freund Julius, 14 Jahre, ist im Theaterstück mit dabei, der von sich sagt, dass er früher immer Angst gehabt hätte, vor vielen Leuten zu sprechen. Kunst kann also verändern und weckt Selbstvertrauen. Nicht nur das. "Wenn ich mal nicht weiterkomme, habe ich gelernt, es von einer anderen Perspektive aus zu betrachten", sagt Jasmin. "Hat sich die Welt verändert oder habe ich mich verändert? Ich glaube beides" - wir werden bestimmt noch mehr von Jasmin hören und lesen ...

Das KulturTagJahr ist ein Kooperationsprojekt zwischen der Altana Kulturstiftung, der Stiftung Polytechnische Gesellschaft Frankfurt am Main und dem Hessischen Kultusministerium. Partnerinstitutionen im Kulturbereich sind das Ensemble Modern, The Forsythe Company, das Schauspiel Frankfurt und die Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt.
Bei den teilnehmenden Schulen handelt es sich um spezielle Modellschulen stellvertretend für die unterschiedlichen Schultypen Grundschule, Integrierte Gesamtschule, Gymnasium und Förderschule mit Schwerpunkt Lernen. Diese nehmen mehrere Jahre konstant am Projekt teil. Durch diese Kontinuität wird die Auseinandersetzung mit zeitgenössischer Bildender Kunst, Musik, Literatur/Schauspiel und Tanz sowie das künstlerische Verständnis einer ganzen Schule tiefgreifend beeinflusst und gefördert. Das KulturTagJahr verändert somit die Schulkultur und führt Schüler, Lehrer und Eltern an zeitgenössische Kunst, aber auch an das übergeordnete inhaltliche Thema der Altana Kulturstiftung heran: den Wert von Natur.
Text: Kathrin Freihube
Foto: c michael habes fotografie, Frankfurt/M., 2014

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