Die Mitglieder
  

Rhein-Neckar-Kind
Mannheim / Ludwigshafen / Heidelberg

Wir über uns

Seit Mai 2000 geben wir, der Karlsruher Verlag Karl Goerner, das RHEIN-NECKAR-KIND für den Raum Mannheim / Heidelberg / Ludwigshafen / Speyer heraus. Der Verlag hat eine über 25-jährige Erfahrung mit regionalen Elternzeitungen, da er seit 1989 auch das KARLSRUHER KIND herausgibt. Durch das deutlich größere Einzugsgebiet des RHEIN-NECKAR-KIND liegt die vertriebene Auflage schon jetzt bei 35.000, Tendenz steigend.

Das Konzept ist für beide Objekte - abgesehen von kleinen regionalen Unterschieden - gleich: Sie werden monatlich kostenlos in Kindergärten, Geschäften, Schulen, Ämtern, Praxen, Theatern usw. ausgelegt sowie bei Veranstaltungen verteilt. Außerdem werden sie im Abonnement verschickt. So ist gewährleistet, dass die gesamte Auflage die Eltern der Region erreicht. Ein wahlloses Auslegen in Hausfluren gibt es bei uns nicht. Wir verteilen gezielt dort, wo Eltern verkehren. Format, Papier und Druckbild betonen bewusst den Zeitungscharakter.

Der Inhalt unserer regionalen Elternzeitungen setzt sich zusammen aus Eltern-Themen - Informatives und Unterhaltsames mit überwiegend regionalem Bezug, Kinderseiten, Buch- und Spieletipps, Gesundheits- und Kulturseiten. Ein umfangreicher Veranstaltungskalender und private Kleinanzeigen runden den Inhalt ab.
Analog zur jeweiligen Print-Ausgabe gibt es auch Online-Ausgaben, die andere Formate wie kleine Filme und aktuelle Beiträge auch nach Redaktionsschluss der Print-Ausgabe ermöglichen. Dort sind die Zeitungen auch komplett als e-book lesbar und downloadbar. Mit unseren Social-Media-Seiten (
https://www.facebook.com/rhein.Neckar.Kind) halten wir den direkten Kontakt zu unseren Leserinnen und Lesern.

Durch das spezifische Thema "Kinder" und den regionalen Charakter der Zeitung erreichen wir eine extrem hohe Leser-Blatt-Bindung. Nach internen Untersuchungen sind unsere Leserinnen und Leser vorwiegend sozial engagierte, bewusst lebende Eltern mit überdurchschnittlicher Schulbildung und meist gehobenem Einkommen - also eine sehr interessante Zielgruppe.

In der Redaktion in Karlsruhe arbeitet der Herausgeber Karl Goerner (Vater zweier Kinder) mit einem kleinen Team von fünf festangestellten und einem Dutzend freien Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Dort werden beide Elternzeitungen produziert bis zur Druckreife. Der Druck selbst findet bei den "Badischen Neuesten Nachrichten" in Karlsruhe statt. Durch einen vom Verlag selbst organisierten Vertrieb ist eine zuverlässige Verteilung garantiert.

Durch den hohen regional bezogenen Nutzwert für die Leserschaft erfreuen sich unsere regionalen Elternzeitungen - entgegen der rückläufigen Tendenz in der Printbranche - konstant steigender Auflagen und Anzeigennachfrage.

Webseite:
www.rhein-neckar-kind.de

 

Unser aktueller Artikel

Kinder zwischen "gesunder Schnitte" und krankem Geschmack
Der Wiener Autor Gerhard Spitzer, als Erziehungsberater auch in Ernährungsfragen fit, kocht zum Schwerpunkt-Thema exklusiv für das RHEIN-NECKAR-KIND gewohnt scharfzüngig auf.

"Wäääh, das schmeckt mir nicht!" mäkelt Frank schon wieder lautstark. "Ich will zum Burger-Däcki!" Das ist sein Lieblings-Fast-Food-Schuppen um die Ecke! Am Liebsten ginge er da jeden Tag hin. Zweimal! Und Frühstücken auch! Spielsachen gibt's da zur "Kids-Tüte" und bunte Quasi-Milch-Shakes als Beilage zum Burger! Lecker! Und so nahrhaft! Aber na ja... diese Lieblings-Mahlzeiten sieht man Frank leider auch schon an. XXL ist seine Hosengröße derzeit! Mit sieben Jahren! Fragt man ihn aber, wie oft er denn das ungenießbare Essen seiner Mami schon gegessen hätte, maunzt er kläglich: "Noch nie!" "Toll, Kleiner!" denke ich und muss an mich halten, "und woher weißt du dann, dass es nicht schmeckt?" Ach! Ist doch egal!

Wiederholungstäter

Aber Franks Mama ist es hoffentlich nicht egal, wenn ich einen pfiffigen Denkanstoß für sie zubereite: Wann zeigen Kinder eigentlich ein Fehlverhalten? Erraten sie es schon? Richtig: Wenn es schon einmal funktioniert hat! Das trifft natürlich auf alle pädagogisch verwertbaren Situationen zu, aber wohl besonders auf das Essverhalten. Das Genörgel bei Mamas Standard-Ernährung ist sicherlich nur in den seltensten Fällen ein Qualitätsurteil! Es ist bloß kindlich-geniales Einfordern eines Verhaltensmusters, das schon mal bestens hingehauen hat: Franks Mutter geht nämlich nach seinen Ablehnungsorgien zumeist brav mit dem kleinen Sonnenschein um die Ecke auf ein leckeres Kids-Menü! Daheim vergammeln dann die köstlichen Frikadellen mit Möhrengemüse. War ja nur ein Versuch, Kleiner! Tschuldigung!

Stärkung

"Satter gehts wohl nimmer! Geschmackloser aber auch nicht!", denke ich oft unverschämt, wenn ich Kinder allen Alters durch die Scheiben irgendeines Junk-Food-"Restaurants" wahrnehme! Dem Himmel sei Dank, dass ich diese Szenen nicht von drinnen sehen muss: Irgendwie ist es nämlich interessant, dass meine Kids absolut nie Lust auf Styropor-Laberln & Co haben.
Wussten Sie eigentlich, dass der Begriff "Restaurant" von der französischen Substantivierung des Wortes "restaurer", also "wiederherstellen", "stärken" kommt und das Wort eigentlich ausschließlich Synonym für "gehobene Gaststätte" ist? "Fast food Restaurant" ist also ein geradezu fetter Widerspruch in sich. Finden Sie nicht? Aber stimmt: Man wird schon irgendwie gehoben. In den siebten Himmel des verlorenen Geschmacks nämlich. Denn genau diese Art von Essen, sofern es annähernd regelmäßig verabreicht wird, trainiert den natürlichen Geschmack, vor allem aber das natürliche Sättigungsgefühl unserer lieben Kleinen ganz und gar nicht. Das wurde sogar wissenschaftlich erforscht. Mittlerweile haben viele Ernährungsforscher, genau wie ich, starke Zweifel, dass unsere Kinder durch Junk-Food wirklich "restauriert", "wiederhergestellt", oder gar "gestärkt" werden könnten!
Aber ich schweife ab und bin außerdem mal wieder ziemlich ungnädig. So kann's nicht weiter gehen mit mir, liebe RHEIN-NECKAR-KIND-Leserinnen und -Leser! Haltet mich auf! Doch das bleibt ein frommer Wunsch. Denn leider: So schreibt das Leben nicht. Also geht es doch so weiter...

Rundum gesund?

Während Sebastian zufrieden seine dritte Zwischendurch-Schnitte mit der "extra Portion" Milch-Weißmacher reinschiebt, darf Sabrina auch heute wieder in die übervolle Family-Naschlade greifen: "Aber nicht zu doll, Schatz!" flötet Mama aus der Küche. "Wir essen gleich!"
"Wie jetzt?", denke ich, "Wenn ihr doch eh gleich esst...?" Ach! Ist doch egal! Auch Sabrina und Sebastian tragen schon schicke XXL-Mode!

Schluss jetzt!

Wie war das noch mit meinem Anspruch auf "positive Sichtweisen"? Sind die mir etwa in einer geschmacklosen und überzuckerten Welt schon abhanden gekommen? Mit anderen Worten: Bin und schreibe ich nun auch schon geschmacklos?
Ja, wahrscheinlich! Denn da fällt mir doch noch die 11-jährige Jessica aus unserem Kinder-Camp ein: In einem tollen Gästehaus waren wir da! Mit ebenso toller, will sagen reichhaltiger Verpflegung. "Ich hab Hunger, wann gibt's was zu futtern?", mault Jessica unvermittelt. Im ersten Augenblick denke ich, mich hätte ein Pferd getreten. Da verlangt doch tatsächlich ein Kind Nahrung von mir, obwohl wir kaum 40 Minuten zuvor ein Mittagessen mit Suppe, Fleischgericht und Pudding gehabt hatten. Jessica, unweit von mir am Tisch, hat dabei kräftig zugelangt. Ich hab's gesehen! Und nun: Ruf nach Nahrung! Gut, die Kleine wiegt, wie ich erfahre, etwa 68 Kilo. Da muss schon was rein, denke ich. Was mich aber mehr bedrückt, ist ihr sonstiger Lebensrhythmus: Bis zu sechs mal am Tag gibt es daheim "kleine Mahlzeiten". Das hat Mom mal wo gehört: Fünf kleine Mahlzeiten am Tag seien gesünder. Plus einer Sicherheitsportion halt. Und die Naschlade ist sowieso immer offen. Hunger ohne Unterbrechung! Ob Jessica deswegen dauernd so missmutig, oder wie man bei uns sagt: "angefressen" wirkt? Hätte das Mädchen vielleicht für sich eine andere Ernährung gewählt?

Bunte Wahl

Ein deutsches Institut hat Tests mit Kindergartenkindern ab drei Jahren gemacht und dabei festgestellt: Die Wahl der Minis fiel keineswegs auf ultra-süß, mega-salzig, oder gar den neuen Geschmack "umami", sondern hauptsächlich auf "bunt" und "knackig"! Toll, nicht? Die Natur hat also offensichtlich etwas ganz Anderes für uns zur täglichen körperlichen Wiederherstellung vorgesehen.
Schon schließt sich der Kreis: Wie soll Frank noch irgendetwas schmecken oder wertschätzen können, wenn sein Gaumen auf künstliche Aromastoffe mit ultra-süß-Beilage trainiert ist und kaum ein paar Tage lang aus diesem Trainings-Plan herauskommt? Und das beliebte Naschladen-Training bedarf wohl keinerlei pädagogisch-hintergründiger Analyse mehr, oder? Vielleicht beizeiten an die interessante Kindergarten-Studie von vorhin denken und lassen Sie Ihr Kind auswählen, oder noch feinfühliger: beim Kochen mitmachen. Ein "Wääh, das schmeckt mir nicht!", wird dann eher zur Ausnahme werden. Probieren Sie ruhig ein paar "bunte Wahltage" und erkennen Sie, wie gezielt ihr Kind sein für's eigene Körperchen wirklich "stärkendes Essen" auswählt.
Sie werden es mögen!

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Zu Spät
Kolumne von Eva Unterburg

Neulich war ich wiedermal zu spät. Eigentlich war ich fertig, also ordentlich gewandet, mit einer Wasserflasche versehen - ohne Wasserflasche gehe ich im Sommer nicht aus dem Haus - und alle wichtigen Unterlagen unterm Arm, aber... Meine Männer saßen bereits im Auto mit gelangweiltem Blick und tippenden Fingerkuppen, als ich fünf Minuten zu spät die Treppe hochgehechelt kam - unsere Treppen gehen hoch, nicht runter wie bei normalen Leuten - und kurzatmig im Autositz versank.
Und das kam so: Fertig wie ich war, wollte ich gerade als Erste das Haus verlassen, als ich feststellen musste, dass ich gar nicht die Erste, sondern die Letzte war. Und die Letzte macht nicht nur das Licht aus, sondern auch die Fenster zu, schaltet die Musik ab, füttert die Katze, gibt dem durstigen Chamäleon Wasser - erwähnte ich schon, dass das Chamäleon nicht mein Haustier ist? - und stellt noch die volle, duftende Spülmaschine an.
Inzwischen bin ich sicher, dass sich, sobald ein Kind ins Haus kommt, der Mantel des zwanghaften Zuspätkommens auf die Mutter dieses Kindes legt und sich mit jedem neuen Kind überproportional potenziert.
Ähnlich wie bei den antiken Helden der griechischen Mythologie, die bereits mit dem Tag ihrer Geburt dem vorgezeichneten für sie bestimmten Schicksal nicht entgehen können.
Man kann mit kleinen Kindern noch so viel Zeitpuffer einplanen, es wird mit der Pünktlichkeit nicht klappen! Die unvorhersehbare Komponente X in Form einer just in diesem Moment sich füllenden Windel, wenn Sie den obersten Knopf des Schneeanzugs Ihres Kleinkindes schließen, wird alle wohldurchdachten Pläne zunichte machen. Auslaufende Fläschchen, deren orangerote Multivitaminsaftfarbe sich gleichmäßig auf Ihrem ausgehfeinen Leinenkleid verteilt oder säuerlich riechende Bäuerchenflecken erfüllen den gleichen Zweck.
Da hilft kein Schnellnochsaubermachen, Umziehen, Frischmachen, egal wie schnell Sie sind - es wird nicht reichen und Sie werden mit nach Entschuldigung heischenden Blicken abgehetzt Ihren Geschäfts-, Behörden- oder Arzttermin erreichen und sich fragen, wer zuerst den Geist aufgegeben hat, ihre Contenance oder Ihr Deo. Die unplanbarste aller Komponenten kam bisher noch gar nicht ins Spiel: Die kindliche Befindlichkeit. "Ich will aber zu Hause bleibe und an meiner Legolandschaft weiterbauen!", dieser Satz im Brustton der Überzeugung ausgesprochen aus dem so unschuldig wirkenden Mund einer Zweieinhalbjährigen, kann Berge versetzten. Allerdings nicht zu Ihren Gunsten.
Da ist dann mütterliche Überzeugungskunst oder im Zweifelsfalle auch pädagogisch zweifelhafte Autorität gefragt. Wenn ich die jungen Mütter sehe, wie sie mit einer sich in Auflösung befindlichen Frisur und hochrotem Gesicht kurzatmig das Wartezimmer einer Arztpraxis betreten, mit der einen Hand einen leeren Buggy schiebend mit der anderen ein sich windendes Kind umklammernd... Dann erinnere ich mich an die Zeit, als ich morgens meinem Mann von meinem Tagesplan mit den Kindern erzählte, so als habe ich vor, eine Expedition in die Innere Mongolei zu starten.
Dann kam nach Jahren die Zeit, als die Kinder theoretisch immer hätten pünktlich sein können. In ihren Zimmern hingen Uhren mit gut lesbaren Ziffernblättern, ein rasselnder Wecker sorgte am Morgen für rechtzeitiges Aufstehen und ich als mahnende Mutterstimme war schließlich auch noch da. Doch stundenlanges komatöses Weiterschlafen, ewiges Verweilen im Badezimmer, Frühstück im Slow-Motion-Modus, oder schlichtes Vergessen jedweder Bekleidungs- und Schulsachen machten dem pünktlichen Ausdemhausgehen regelmäßig den Garaus.
Und heute sind sie zwar groß, geradezu erwachsen, aber die Sache mit der Pünktlichkeit ist noch nicht komplett verinnerlicht.
Mit großem Vergnügen denke ich noch an jenen Sonntagmorgen, als kurz nach 8:00 Uhr die Mutter einer Schulfreundin unseres Sohnes anrief und sich nach seinem Verbleib erkundigte. Man wartete schon sein geraumer Zeit auf dem Bahnsteig, schließlich sei man zur Oberstufenfahrt nach Berlin jetzt ohne ihn aufgebrochen. Sein verschlafener Kommentar: "Ach, ich dachte das wäre erst Morgen." Was soll man dazu sagen, außer "Jetzt schau, wie Du denen nach Berlin nachfährst". Mit viel Muse und Gemütsruhe hat er das dann auch getan.
Vielleicht wird es Zeit mein mütterliches Zuspätkomm-Schicksal nun in die eigenen Hände zu legen, das spart Contenance und literweise Deo.

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Vater und Kind schlafen durch
von Susanne Keller

Als unser Erstgeborener ca. 3 Wochen alt war, erwischte ich meinen Mann dabei, wie er telefonierenderweise gerade das Blaue vom Himmel log.
Unser Leben zu dritt habe sich gut eingespielt. Klar, die ersten 10 Tage seien schon anstrengend gewesen. Aber nun sei alles im Lot. Auch würde unser Sonnenschein bereits durchschlafen. Ich war ziemlich schockiert darüber, dass mein Mann seinem Gesprächspartner so völlig ungeniert eine Lüge nach der anderen auftischte, und wartete darauf, dass er von den ersten Geh- und Sprechversuchen unseres Sohnes berichtete. Zu meiner großen Erleichterung beendete mein Mann das Telefonat wenig später. Als ich ihn direkt auf seine dreisten Lügen ansprach, reagierte er ernsthaft überrascht. Welche seiner Äußerungen denn wohl nicht der Wahrheit entsprochen habe? Nun - ich gestand ihm, keineswegs der Ansicht zu sein, unser Leben zu dritt habe sich bereits gut eingespielt. Auch versicherte ich ihm des Nachts mindestens zweimal zur Fütterung unseres Sprösslings das elterliche Schlafzimmer zu verlassen. Von Durchschlafen keine Spur. Sein ahnungsloser Gesichtsausdruck machte mir klar, dass er nicht wirklich bzw. nicht wissentlich gelogen hatte. Sein Leben hatte sich nach dem 10-tägigen Babyurlaub durchaus wieder super eingespielt.
Und unser Kind schlief wahrscheinlich, was ihn betraf, bereits vom Tage seiner Geburt an durch. Denn der frischgebackene Vater schien wirklich nicht das Geringste von der nächtlichen Unruhe zu bemerken. Er fühlte sich allem Anschein nach tatsächlich absolut nicht gestört und schnarchte jede Nacht friedlich vor sich hin, während ich in den Fütterungspausen darüber sinnierte, ob ich seine Mandeln, seine Nasentaschen oder gleich den ganzen Mann entfernen lassen sollte. Letzteres konnte und wollte ich unserem Erstgeborenen dann doch nicht antun. Vom Vater getrennt leben zu müssen, nur weil die Dame des Hauses sich egoistischerweise nach ein wenig Schlaf sehnte. Denn egoistisch war ich nun wirklich. Aber dazu später mehr.
Ersteres war sowieso reines Wunschdenken. Dass sich mein Mann einer Operation unterziehen würde, lag nun absolut im Bereich des Unmöglichen. Für ihn stellte selbst der Gang zur Blutspende eine sich stetig wiederholende und kräftezehrende Mutprobe dar, ebenso wie der halbjährliche Kontrollbesuch beim Zahnarzt und das Einnehmen von Nasentropfen.
Ob ich mir des Risikos einer solchen Operation überhaupt bewusst sei, fragte er mich eines Abends. Ich wies vorsichtig darauf hin, dass ein Kaiserschnitt, mit dessen Hilfe unser Sohn das Licht der Welt erblickt hatte, noch vor nicht allzu langer Zeit von ihm als "halb so wild" abgetan worden war, woraufhin er wiederum entgegnete, ein Kaiserschnitt sei ja wohl Routine.
Klar, wohingegen bei einer Mandeloperation eine nur minimale Überlebenschance bestand. Nein wirklich, ich war zu egoistisch.

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Mannheim startet MeKi
Neues Meldesystem für Kinderbetreuungsplätze

Zum 1. Dezember eröffnete die Stadt Mannheim die Möglichkeit einer "Wunschliste" für die Mannheimer Eltern, die Betreuungsplätze für ihre Kleinen suchen. Künftig soll die Anmeldung für einen Krippen-, Kindergarten- oder Hortplatz nicht mehr dezentral in den Einrichtungen, sondern zentral über ein Meldesystem der Stadt erfolgen.
Dabei können die Eltern drei Wunscheinrichtungen angeben, in denen sie ihr Kind untergebracht sehen möchten. "Wir sind einem der zentralen Wünsche der Eltern aus der Großgruppenkonferenz nachgekommen", erklärt Dr. Ulrike Freundlieb, Bürgermeisterin für Bildung, Gesundheit und Sport, die Maßnahme. Gemeint ist damit die Großgruppenkonferenz "Kinderbetreuung in Mannheim" vom 1. Dezember 2011.
Eltern, die einen Betreuungsplatz in einer Krippe, einem Kindergarten oder einem Hort suchen, sollen bei dem neuen Meldesystem für Kinderbetreuungsplätze - MeKi genannt - einen Meldebogen ausfüllen. Eltern, deren Kind bereits vorgemerkt ist, haben durch ein Anschreiben ein solches Papier bereits im Dezember erhalten mit der Bitte, dieses bis Ende Januar ausgefüllt zurückzugeben. Seit dem 17. Dezember liegen in allen Einrichtungen der Kinderbetreuung die Bögen ebenfalls aus oder können per Download unter www.mannheim.de/meki heruntergeladen werden. Diese kann man dann in der jeweiligen Einrichtung oder den Bürgerdiensten abgeben - oder wahlweise gleich im MeKi-Büro in R 1, 12, das montags bis freitags von 9 bis 12 Uhr und donnerstags zusätzlich von 14 bis 16 Uhr geöffnet ist.
Grundlage für die Zuteilung eines Platzes sind die einheitlichen Vergabekriterien für alle städtisch geförderten Kinderbetreuungsangebote, die zwei Monate zuvor in Kraft gesetzt wurden. Man verwalte damit einen Mangel, erklärt Freundlieb unumwunden, aber das solle ebenso gerecht und transparent wie möglich geschehen. In einem Punktesystem wird die höchste Priorität arbeitenden Alleinerziehenden eingeräumt. Bei zwei Erziehungsberechtigten wird berücksichtigt, ob beide oder nur einer von ihnen einer beruflichen Tätigkeit nachgeht; des Weiteren spielt eine Rolle, ob diese Tätigkeit geringfügig, halb- oder ganztags ausgeübt wird. Bei gleicher Punktezahl werden Kinder bevorzugt, deren Geschwister schon in Betreuung sind, und bei Krippen- bzw. Hortkindern wird sinnvollerweise so differenziert, dass bei den Kleinen eher ein älteres Kind, bei den Schulkindern eher ein jüngeres Kind einen Platz zugesprochen bekommt.
Hintergrund für die Maßnahmen ist unter anderem der gesetzliche Anspruch auf einen Krippenbetreuungsplatz, der ab Sommer 2013 greift und wie bei den Kommunen in Deutschland auch in Mannheim einen regelrechten Bauboom von neuen Kinderhäusern respektive bauliche Erweiterungen derselben ausgelöst hat. Zudem hat die Einrichtung von Ganztagsschulen und gleichzeitige Schließung von Hortplätzen in Kinderhäusern (zugunsten von Krippengruppen dort) in den letzten Jahren in Mannheim zu einem starken Engpass bei Hortbetreuungsplätzen geführt und erforderte das Handeln der Politik.
Die Bürgermeisterin sieht MeKi als "bürgerfreundlich und zeitsparend für die Eltern". Klar ist, dass eine größere Transparenz erst einmal für die Kommune entsteht. Weil Eltern ihre Kinder bisher parallel in vielen Kitas gleichzeitig vormerken ließen, war für die Träger der wirkliche Bedarf schwer einschätzbar. "Damit ist jetzt Schluss", heißt es aus dem Rathaus. Indessen scheinen die freien Träger Mannheims gegen MeKi Sturm zu laufen. Die Evangelische Kirche in Mannheim beispielsweise lobt zwar, das zentrale Vergabesystem gehe "grundsätzlich in eine gute Richtung, um ein erleichtertes Verfahren für die Platzvergabe anzubieten". Allerdings sei es, "anders als den Medien gegenüber dargestellt, mit den freien Trägern nicht abgestimmt und berücksichtigt wesentliche ihrer Belange nicht". Von Johannes Paesler

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